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1. November 2026

Automatisierung im Kliniklabor: robotergestützter Nachtbetrieb im St. Barbara-Hospital Gladbeck

Laborautomatisierung im Nachtbetrieb: ein Fallbericht aus KU Gesundheitsmanagement 11/2026, geschrieben von Bernd Siegmund und Semir Hasanspahic (KERN).

In der November-Ausgabe von KU Gesundheitsmanagement beschreiben Bernd Siegmund, Mitglied der Geschäftsführung bei KERN, und Semir Hasanspahic, Technische Laborleitung bei KERN, wie das St. Barbara-Hospital Gladbeck die Automatisierung im Kliniklabor umgesetzt hat. Zwischen 16:00 und 6:30 Uhr übernehmen zwei mobile Laborroboter vom Typ uLab Mobile wiederkehrende präanalytische und logistische Aufgaben im autonomen Betrieb. Die United Robotics Group ist dort Technologiepartner.

Nachtbetrieb im Labor: was die Roboter übernehmen

Der robotergestützte Betrieb deckt die Zeit von 16:00 bis 6:30 Uhr ab. Das System übernimmt die wiederkehrenden Schritte vom Probeneingang über Barcode-Erfassung, Öffnen der Probengefäße und Zentrifugation bis zur Beladung der Analysegeräte und Archivierung. Durchschnittlich werden so rund 150 Proben pro Nacht bearbeitet. Von 6:30 bis 16:00 Uhr läuft der Betrieb im Hybridmodus: Fachkräfte steuern und bewerten den Prozess, während die Robotik ihre Routinen fortführt.

Präanalytik als durchgängige Prozesskette

Das Kliniklabor hat nicht einzelne Handgriffe automatisiert, sondern den Nachtbetrieb als ganzen Prozess neu geordnet. Laufwege, Gerätepositionen und Übergaben wurden gemeinsam betrachtet. Eine bauliche Durchreiche trennt den Robotik- vom Personalbereich und ermöglicht eine sichere Probenübergabe. Die Prozessdaten fließen an das Laborinformationssystem, so bleibt der Status jeder Probe nachvollziehbar, und zeitkritische Anforderungen lassen sich priorisieren.

Die Fachverantwortung bleibt beim Menschen

Das mobile System übernimmt definierte Routinen. Fachliche Bewertung, Freigabe, Qualitätssicherung und Entscheidungen in Situationen, die nicht automatisiert werden können, bleiben bei den Fachkräften. Der automatisierte Nachtprozess soll Fachkräfte nicht ersetzen, sondern ihnen wieder mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben geben.

Akzeptanz im Laborteam

Zur gelungenen Einführung trugen laut Artikel eine klare Definition des Einsatzbereichs, eine frühzeitige Information aller Mitarbeitenden und die persönliche Schulung des Laborteams bei. Viele Mitarbeitende besuchten zur Inbetriebnahme eine „Stunde der offenen Tür“ und sahen sich den Live-Betrieb im Labor an. Das Design mit einem freundlichen Gesicht, klar erkennbare Betriebszustände und ruhige Bewegungen im Raum haben zur Integration der Systeme beigetragen. Das Laborteam hat den beiden uLab Mobile die Namen „KERNi“ und „Barbara“ gegeben.

Laborautomatisierung auf weitere Standorte übertragen

Zwei Zwischenüberschriften aus dem Artikel fassen die Haltung zusammen: „Erst den Prozess berücksichtigen, dann die Technik anpassen“ und „Skalieren heißt nicht Kopieren“. Labore unterscheiden sich in Räumen, Geräten, IT-Landschaft, Probenaufkommen und Personalorganisation. Deshalb wird an jedem Standort geprüft, welche Prozesse sich für eine Automatisierung eignen.

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